Im Juni und Juli 2022 setzte die Sozialberatung des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz fünf verschiedene Nachhaltigkeits-Aktionen um und vermittelte Student*innen Wege, das Thema Nachhaltigkeit aktiv in den eigenen Alltag zu integrieren. 

Die Bereiche, innerhalb derer wir als Gesellschaft nachhaltig leben können, sind so vielfältig wie wir und unsere Lebensmodelle. Wo eine Veränderung im eigenen Alltag eine positive Entwicklung in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimabilanz und Reduzierung des individuellen CO2-Fußabdrucks hervorbringt, ist oft leichter als zunächst angenommen.

Die Sozialberatung des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz in seiner beratenden Funktion für die Student*innen an den Hochschulstandorten vermittelte im Juni und Juli anhand verschiedener Aktionen, wo jede*r Student*in selbst aktiv werden kann. Konsum und unsere Alltagsgegenstände wie Kleidung und Handys; damit zusammenhängend der Müll, den wir produzieren eröffnen Bereiche, in denen wir der Umwelt schaden. Gleichzeitig sind dies die Stellen, wo wir am meisten Einfluss nehmen können – und genau auf diese hat die Sozialberatung ihre Aktionen fokussiert. 

In Regensburg fanden die Aktionen in Kooperation mit der „Regensburger Nachhaltigkeitswoche“ statt. An den Hochschulstandorten Landshut, Deggendorf und Passau wurden die Nachhaltigkeitsinitiativen im Rahmen von „Sustainability, yes we can!“ verwirklicht.

Kleidertausch und Kleiderbörse

Vorhandene Kleidung möglichst lange zu tragen oder im Rahmen eines Kleidertauschs zu spenden, wenn sie nicht mehr benötigt wird, ist ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit im Alltag. In Passau, Landshut, Deggendorf und Regensburg organisierte die Sozialberatung des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz deshalb sogenannte „Kleiderbörsen“ bzw. „Kleidertauschaktionen“. Dazu sammelten die Wohnheimtutor*innen des Studentenwerks vorab Kleidung von den Bewohner*innen der Wohnanlagen des Studentenwerks ein, welche gesichtet und sortiert wurden. Das Studentenwerk bot mit den Aktionen den Student*innen die Möglichkeit, ohne Kosten, nachhaltig neue gebrauchte Kleidung zu erhalten.

In Regensburg kamen 130 Besucher*innen zur „Kleiderbörse“ im Gästesaal der Uni-Mensa. In Passau, wo die „Kleidertauschaktion“ in Kooperation mit der Hochschulgruppe UNICEF in der Kulturcafete im Nikolakloster organisiert wurde, verzeichnete die Sozialberatung 80 Besucher*innen. Auch in Landshut und Deggendorf gab es einige Student*innen, die sich über neue gebrauchte Kleidung gefreut haben. Was übrig war, wurde an die Ukraine-Hilfe und den Donaustrudel e.V. gespendet. Ein kleiner Teil der Textilien in Regensburg wird für die nächste Kleiderbörse aufbewahrt. Die Organisator*innen der Sozialberatung planen für die nächste Kleidertauschaktion vorab mehr Kleidung für Männer zu organisieren, sodass hier die Auswahl größer wird. In Deggendorf gab es zusätzlich zur angebotenen Kleidung noch ein weiteres Highlight zum Mitnehmen für die Student*innen: Pflanzen und Setzlinge. Denn auch Pflanzen müssen nicht immer neu gekauft werden, sondern können einfach getauscht werden – Pflanzentausch ist ebenfalls ein Format, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Kleiderboerse NaWo Web2   Kleidertausch PA Web

Kleidertausch DEG Web   Kleider Pflanzen DEG Web

 

Nachhaltige Kleidung

Auch beim Neukauf von Kleidung, können wir nachhaltig handeln. Wie das geht, zeigte der Online-Vortrag „Nachhaltige Kleidung, woran sehe ich das?“ Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass unsere Kleidung aus unterschiedlichsten Ländern kommt. Doch vor allem die Produktion in Südostasien lässt immer wieder die Fragen nach akzeptablen Umwelt- und Sozialstandards aufkommen. 

Prof. Dr. Bernhard Bleyer vom Lehrstuhl Theologische Ethik an der Universität Passau erläuterte zusammen mit dem Experten Rolf Heimann von der Hess-Natur-Stiftung, wie der Kleiderkreislauf abläuft. Darüber hinaus gaben die beiden Redner Impulse, wo wir als Konsumenten Einfluss auf eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen in anderen Ländern und Umweltstandards nehmen können. Die Teilnehmer*innen, die sich aus allen Hochschulstandorten via Zoom zugeschaltet hatten, stellten viele Fragen an Bleyer und Heimann. Im Rahmen einer Diskussion klärten die Teilnehmer*innen Zweifelsfälle und erhielten Handlungsimpulse für den nächsten Kleiderkauf.  

 

Upcycling-Näh-Workshop

Auch Textilien, die nicht mehr getragen werden können eine zweite Chance bekommen. Beim „Upcycling-Näh-Workshop“ in Regensburg durften die Student*innen unter Anleitung von Nicole Engel Stoffreste und alte Kleidung in neue Schätze verwandeln. Nähmaschinen und Nähutensilien erhielten die Student*innen von den Organisator*innen des Workshops. So wurde ein alter gestreifter Latzrock kurzerhand ein eine modische Tasche umfunktioniert. Und neben dem Spaß, den gemeinsames Nähen in kleiner Runde den Teilnehmer*innen gemacht hat, gingen sie mit neuen Lieblingsteilen und einer Vielzahl an Upcycling-Ideen nach Hause. 

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Handys für die Umwelt

Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz setzt sich an vielen Stellen aktiv für die Reduzierung von Einwegmüll am Campus ein. So rief es im Rahmen der Aktion „Handysammlung für die Umwelt“ an seinen Standorten in Regensburg, Passau, Landshut, Deggendorf und Pfarrkirchen dazu auf, nicht mehr gebrauchte Handys zu spenden. Dazu wurden an den Standorten, gut sichtbar und leicht zugänglich, Sammelboxen aufgestellt, in denen die Student*innen ihre alten Handys entsorgen konnten. Insgesamt enthielten die Sammelboxen bei Ihrer Leerung 81 Smartphones, die über die Initiative handysfuerdieumwelt.de repaired, reused oder ordnungsgemäß recycelt werden.

Handy NaWo web2   Handy NaWo web   Handy LA Web

 

Unser Müll in anderen Ländern

Müll ist allgegenwärtig, obwohl er aus unserem Sichtfeld verschwindet, sobald er in der Tonne landet. Dabei beginnt die Herausforderung erst bei der Entsorgung. Dass unser hohes Müllaufkommen ein riesiges Problem ist, veranschaulichen Student*innen der TH Deggendorf auf eindrucksvolle Weise mit der Plakatausstellung „Konsum und nun?“ zum Thema Müll und Müllentsorgung.

Fotomontagen zeigen hier Müllberge vor regionalen Sehenswürdigkeiten – ein irritierender Anblick, den Regensburger Dom von Müllbergen umringt zu sehen. Die Ausstellung soll auf das Müllaufkommen der Erste-Welt-Länder aufmerksam zu machen und dass der Müll, den wir produzieren woanders zwar aus unserem Sichtfeld verschwindet, aber trotzdem bestehen bleibt. Entstanden sind die Plakate im Rahmen eines Workshops zum Thema Nachhaltigkeit in Deggendorf im Mai 2022. Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz zeigte die Ausstellung in Regensburg, Passau und Landshut in seinen Räumlichkeiten im Rahmen der „Regensburger Nachhaltigkeitswoche“ in Regensburg und „Sustainability, yes we can!“ an den anderen Standorten.

Plakat PA Web   Plakat LA web

 

Vernetzung und Ausblick

Bei den Nachhaltigkeitsaktionen hatte die Sozialberatung des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz verschiedene Kooperationspartner. So konnten die Aktionen mit der Hilfe vom Netzwerk Nachhaltigkeit, dem International Office Deggendorf, der Hochschulgruppe UNICEF in Passau und der Stadt Regensburg gut gelingen.

Darüber hinaus war neben der Verwirklichung von Nachhaltigkeitsprojekten das Ziel, gemeinsam mit den Student*innen Aktionen umzusetzen und sich mit Hochschulgruppen zu vernetzen. Die Besucher*innen kamen mit der Sozialberatung und untereinander ins Gespräch. In Deggendorf wurden zudem Vorschläge für Nachhaltigkeitsthemen gesammelt – so wird die Sozialberatung des Studentenwerks künftig das Thema Nachhaltigkeit aufgrund der regen Beteiligung und der Rückmeldung der der Student*innen als festen Bestandteil des Angebots weiterverfolgen. 

Das Team der Sozialberatung sieht es mit als seine Aufgabe, das Thema Nachhaltigkeit unter Student*innen und Mitarbeiter*innen zu fördern und durch Aktionen und Infoveranstaltungen immer wieder in den Fokus zu rücken. Dafür wird ab 2023 je eine Aktion im Sommer- und Wintersemester zu den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen durchgeführt.

Informationen zu den künftig geplanten Aktionen gibt es auf www.stwno.de, auf Facebook und Instagram.

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