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Reisegruppe des deutsch-französischen Mitarbeiteraustauschs 2026 vor dem Puy-de-Dôme. Die zweite Phase des deutsch-französischen Mitarbeiteraustauschs 2025/2026 fand Anfang Juni 2026 in Clermont-Ferrand statt.

Vom 8. bis 12. Juni 2026 traten neun Bedienstete des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz (STWNO) die Reise nach Clermont-Ferrand an, um zu erfahren, wie das Crous Clermont Auvergne internationale Studierende und Erstsemesterstudierende empfängt und betreut.

Neun Bedienstete? Nicht ganz. Denn die französische Freiwillige des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) im STWNO war bereits eine Woche zuvor gemeinsam mit zwei Regensburger Studierenden per Fahrrad von Regensburg nach Clermont-Ferrand aufgebrochen. Ein ambitioniertes deutsch-französisches Freundschaftsprojekt, von dem ihr hier mehr erfahrt.

Vor Ort in Clermont-Ferrand kam es schließlich zum großen Wiedersehen. Einerseits war die Reisegruppe aus Deutschland nun wieder vollständig. Andererseits kannten sich viele der deutschen und französischen Austauschteilnehmer*innen bereits von der ersten Phase des Austauschs im Jahr 2025 in Regensburg und Passau. Nach einem herzlichen Begrüßungsempfang am ersten Abend konnte daher bereits am zweiten Tag ohne lange Vorstellungsrunden in den fachlichen Austausch gestartet werden.

Empfang und Betreuung internationaler Studierender in Clermont-Ferrand

Das Austauschprogramm begann mit einer Besichtigung der Polytechnischen Ingenieurshochschule Clermont Auvergne INP, einschließlich einer Vorstellung der Abteilung für Internationale Beziehungen und eines Besuchs in einem Forschungslabor. Die Delegation aus Deutschland erhielt Einblicke, wie internationale Studierende an der Hochschule empfangen und begleitet werden und wie die enge Zusammenarbeit mit dem Crous diese Aufgabe unterstützt.

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Der Nachmittag stand anschließend ganz im Zeichen des Crous. Nach einer offiziellen Begrüßung durch Geschäftsführer Philippe Négrier folgte eine Präsentation über das Crous Clermont Auvergne. Besonders die bevorstehenden Herausforderungen sorgten in der binationalen Gruppe für intensive Gespräche: Zum einen die Einführung eines 1-Euro-Menüs mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise für alle Studierenden, zum anderen die geplante Erhebung von Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten ab September 2026. Beide Maßnahmen werden das Crous vor erhebliche personelle und finanzielle Herausforderungen stellen. Entsprechend intensiv laufen bereits die Vorbereitungen auf den Studienstart im Herbst.

Insbesondere die Einführung von Studiengebühren dürfte die finanzielle Belastung vieler internationaler Studierender weiter erhöhen. Umso wichtiger ist die Arbeit des Espace d’Accueil Étudiants (EAE). Das motivierte Team aus Studierenden und jungen Mitarbeitenden unterstützt den Studienbeginn für Studierende aus Frankreich und dem Ausland. Zu seinen Aufgaben zählen die Vermittlung von Informationen zu den Angeboten des Crous, die Unterstützung bei Stipendien- und Wohnheimanträgen sowie die vorbereitende Bearbeitung von Aufenthaltserlaubnissen für internationale Studierende. Als in Frankreich einzigartiges Angebot leistet der EAE damit wertvolle Unterstützung – auch für die anschließende Bearbeitung der Anträge durch die Präfektur Puy-de-Dôme.

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Le Tour d’Auvergne – mehr als nur Vulkane und Käse

Noch voller neuer Eindrücke und Erkenntnisse aus dem ersten fachlichen Austausch stand am Mittwoch das Kennenlernen von Stadt und Region auf dem Programm. Schließlich soll der Austausch nicht nur die Zusammenarbeit fördern, sondern auch Sprache, Kultur und Lebenswelt näherbringen.

Bei einer Stadtführung durch Clermont-Ferrand besuchte die Gruppe unter anderem die imposante Kathedrale, die Basilique Notre-Dame du Port sowie den historischen Stadtteil Montferrand, der einst eigenständig war und später mit Clermont zur heutigen Stadt Clermont-Ferrand verschmolz.

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Auch die Umgebung der Stadt wurde erkundet. Die Höhle des Steins von Volvic, bekannt durch das Mineralwasser und das charakteristische dunkle Gestein, das das Stadtbild Clermont-Ferrands prägt, stand ebenso auf dem Programm wie der Hausvulkan Puy-de-Dôme. Der Aufstieg erfolgte dabei nicht zu Fuß, sondern bequem mit der Zahnradbahn. Oben angekommen wurde die Gruppe mit einem beeindruckenden Panoramablick über die Vulkankette der Auvergne belohnt, die nicht ohne Grund zum UNESCO-Welterbe zählt.

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Unverzichtbare Bestandteile des Studierendenlebens – Wohnen, Finanzierung, Kultur und Sozialarbeit

Zurück in der Stadt wurde der fachliche Austausch fortgesetzt. Denn das Betreuungsangebot des Crous umfasst weit mehr als den Empfang internationaler Studierender.

In der Wohnanlage „Les Cézeaux“ nahe der Clermont Auvergne INP stellten Mitarbeitende des Crous die beiden typischen Wohnformen vor: Zimmer mit eigenem Bad und Gemeinschaftsküche sowie Einzimmerwohnungen mit eigenem Bad und eigener Küchenzeile. Ähnlich wie die Wohnanlagentutor*innen des STWNO setzt auch das Crous auf engagierte Studierende, die als Ansprechpersonen vor Ort tätig sind, Isolation entgegenwirken und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

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Ein „Étudiant référent du Crous“ berichtete aus erster Hand über sein Engagement und die Zusammenarbeit mit der Wohnenabteilung. Für die deutsche Delegation wurde dabei einmal mehr deutlich, wie wertvoll die enge Einbindung von Studierenden in die Gestaltung und Weiterentwicklung von Angeboten ist.

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Doch damit war das fachliche Programm noch längst nicht beendet. In mehreren Kurzpräsentationen stellte das Crous das „Dossier Social Étudiant“, vergleichbar mit einem staatlichen Stipendienantrag, sowie seine Sozial- und Kulturarbeit vor. Da sich unter den Teilnehmenden aus Deutschland drei Mitarbeiterinnen der Kulturförderung befanden, entwickelte sich insbesondere zur Kulturarbeit ein reger Austausch.

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Beeindruckt zeigte sich die gesamte Gruppe zudem von den sozialarbeiterischen Angeboten des Crous. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Studierenden bei psychischen Belastungen wie Isolation oder Depressionen. Eine Kooperation mit einer psychiatrischen Einrichtung eines örtlichen Krankenhauses soll Studierenden in schwierigen Lebenssituationen zusätzliche Hilfe bieten.

Beinahe 50 Jahre gelebte deutsch-französische Freundschaft

Auch die schönste Reise geht irgendwann zu Ende. Noch einmal gemeinsam gefeiert wurde beim Abschiedsessen am Donnerstagabend in den Räumlichkeiten des Crous.

Für eine besondere Überraschung sorgte der stellvertretende Geschäftsführer des STWNO, Stefan Pritschet. Er brachte Fotos seines Vaters mit, der als ehemaliger Mitarbeiter des Studierendenwerks bereits vor 44 Jahren an einem Mitarbeiteraustausch in Clermont-Ferrand teilgenommen hatte. Die historischen Aufnahmen zogen sofort die Aufmerksamkeit der deutsch-französischen Gruppe auf sich und wurden neugierig betrachtet. Sie wirkten wie Momentaufnahmen aus einer anderen Zeit – und machten zugleich deutlich, wie lange die Verbindung zwischen beiden Einrichtungen bereits besteht.

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So wurde zum Abschluss allen Teilnehmenden noch einmal bewusst, Teil einer Partnerschaft zu sein, die inzwischen fast ein halbes Jahrhundert umfasst. Mit vielen neuen Eindrücken, fachlichen Impulsen und gestärkten deutsch-französischen Freundschaften trat die nun auch wirklich neunköpfige deutsche Reisegruppe die Rückfahrt nach Regensburg und Passau an.

Die Fotos aus der Vergangenheit zeigen: Es war vermutlich nicht der letzte Besuch.

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Ein abschließender Dank geht an das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), dessen finanzielle Unterstützung die Durchführung des Austauschs ermöglicht hat (mehr Informationen zum Deutsch-Französischen Jugendwerk).

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