Das STWNO führt zum Januar 2026 die Planetary Health Diet (PHD) in den Mensen ein. Was genau die Planetary Health Diet ist, warum wir sie einführen und wie sie für die Mensa berechnet wurde, erklären wir in diesem Beitrag.
Inhalt
- Was is(s)t die Planetary Health Diet?
- Warum führt das STWNO die PHD ein?
- PHD-Linie in der Mensa
- Wie berechnet sich die PHD auf ein Mittagsgericht?4.2. Berechnung mit ProVeg e. V. und Grenzen4.3. Überblick Tages- bzw. Mittagsbedarf nach Lebensmittelkategorie
- Eine Woche lang PHD in der Mensa essen
1. Was is(s)t die Planetary Health Diet?
Bei der PHD handelt es sich um ein wissenschaftliches Ernährungskonzept, das von der EAT-Lancet-Kommission begründet wurde. Das Konzept bietet eine wissenschaftliche Basis für eine globale gesunde und nachhaltige Ernährung. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) begrüßt das Konzept, welches sowohl ideal für die menschliche Gesundheit ist als auch die Belastungsgrenzen der Erde bis 2050 berücksichtigt.
Die PHD liefert konkrete Richtlinien für eine gesunde, ausgewogene und nachhaltige Ernährung. Das Besondere ist, dass kein Verbot für Ernährungsgruppen besteht, sondern lediglich eine deutliche Empfehlung zur Reduktion von u. a. Tierprodukten abgegeben wird. So sieht ein idealer Teller nach PHD-Richtlinien aus:

Grafik 1: EAT-Lancet Comission. Food Planet Health, S.9.
Vertiefte Fakten zu diesem Thema gibt es im Gastbeitrag von Lydia Reismann „Ernährungswende – Planetary Health Diet“ und im Gastbeitrag von Antonia Kastenmeyer „Pflanzenbasierte Ernährung – eine Einführung“.
„Was wir auf unseren Tellern haben, kann Millionen von Leben retten, Milliarden Tonnen an Emissionen einsparen, den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen und ein gerechteres Ernährungssystem schaffen“, sagte Prof. Johan Rockström, der gemeinsam den Vorsitz der EAT-Lancet-Kommission innehatte, die den Bericht erstellt hat. „Die Beweise sind unbestreitbar: Eine Umgestaltung der Ernährungssysteme ist nicht nur möglich, sondern auch unerlässlich, um eine sichere, gerechte und nachhaltige Zukunft für alle zu gewährleisten." (Quelle: The Guardian)
2. Warum führt das STWNO die PHD ein?
Das STWNO setzt sich für die sozialen Belange der Studierenden in Regensburg, Passau, Deggendorf, Cham, Pfarrkirchen, Landshut und Straubing ein. In den Einrichtungen des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz wird bereits viel dafür getan, um umweltfreundliche und gesunde Ernährung zu sozialverträglichen Preisen anzubieten. Regionale und saisonale Produkte, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, Ausbau des veganen Angebots und der Einsatz von Fair-Trade-Produkten sind nur einige der Schritte, die bereits umgesetzt wurden.
Die Einführung der PHD-Linie soll den Gästen der Mensa eine weitere Hilfestellung bieten, sich gesund und nachhaltig zu ernähren, ohne auf bestimmte Lebensmittelgruppen verzichten zu müssen.
3. PHD-Linie in der Mensa
In den Mensen des STWNO wird zum Januar 2026 eine PHD-Linie eingeführt. Auf dem Speiseplan könnt ihr das tägliche PHD-Gericht an diesem Symbol erkennen:
Wenn ihr euch also in der Mensa immer an diesem Symbol orientiert, ernährt ihr euch mit einer Mahlzeit am Tag konform der PHD-Richtlinien. Damit tut ihr nicht nur eurem eigenen Körper etwas Gutes, sondern auch dem Planeten!
Hinweis: aus organisatorischen Gründen kann es in Ausnahmefällen vorkommen, dass bei kleineren Standorten nicht täglich ein PHD-Gericht angeboten wird.
4. Wie berechnet sich die PHD auf ein Mittagsgericht
4.1. Berechnung mit ProVeg e. V. und Grenzen
Die PHD liefert konkrete Richtlinien. Die Berechnung für das STWNO wurde von ProVeg e. V. durchgeführt. In der Berechnung wurden 60 Gerichte des STWNO analysiert, angepasst und in einen Wochenspeiseplan nach PHD-Richtlinien eingepflegt.
Prinzipiell gilt, dass die PHD als Tages- bzw. Wochenkonzept definiert ist, nicht als starre Vorgabe pro Einzelgericht. Daher gibt es bei der untenstehenden Tabelle teils breite Spannen. Das Konzept bietet per se viele Gestaltungsspielräume und fordert keine mg-genaue Pflichterfüllung pro Mahlzeit. Um ein nach PHD-Richtlinien vollwertiges Mittagessen zu erhalten sollte das gekennzeichnete Hauptgericht mit einem Stück Obst und einer Hand voll Nüsse ergänzt werden.
4.2. Überblick Tages- bzw. Mittagsbedarf nach Lebensmittelkategorie
Nach aktuellem Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, deckt ein Mittagessen 25 % des Tagesbedarfs ab. Die Vollverpflegungswerte der PHD wurden daher auf 25 % heruntergerechnet. ProVeg e. V. hat sich bei seinen Berechnungen auf die am 03.10.2025 aktualisierte Version der EAT-Lancet-Empfehlungen orientiert.
In der folgenden Tabelle ist eine Übersicht, wie viel Gramm von welchem Lebensmittel pro Tag bzw. pro Mittagessen zu sich genommen werden sollten.
| Lebensmittelkategorie | Angaben PHD (2025) – Angaben beziehen sich auf Vollverpflegung | 25 % (MV nach DGE) – Tägliche Mittagsversorgung: 25 % der Vollverpflegung |
| Getreide | 210 g/Tag (roh) | 52,5 g |
| Kartoffeln | 0-100 g/Tag | 0-25 g |
| Gemüse | 200-600 g/Tag | 50-150 g |
| Obst | 100-300 g/Tag | 25-75 g |
| Nüsse und Erdnüsse | 0-75 g/Tag | 0-19 g |
| Hülsenfrüchte | 0-150 g/Tag | 0-38 g |
| Milch (-produkte) | 0-500 g/Tag | 0-125 g |
| Geflügel | 0-60 g/Tag | 0-15 g |
| Fisch | 0-100 g/Tag | 0-25 g |
| Eier | 0-25 g/Tag | 0-7 g |
| Rind-, Lamm-, Schweinefleisch | 0-30 g/Tag | 0-8 g |
| Ungesättigte Pflanzenfette | 20-80 g/Tag | 5-20 g |
| Palm- und Kokosfett | 0-8 g/Tag | 0-2 g |
| Gesättigte tierische Fette | 0-10 g/Tag | 0-2,5 g |
| Zucker | 0-30 g/Tag | 0-8 g |
| Salz | Unter 2 g/Tag |
5. Eine Woche lang PHD in der Mensa essen
ProVeg e. V. hat nicht nur die von uns eingereichten Gerichte einzeln betrachtet, bewertet und an die PHD angepasst, sondern auch einen 12-wöchigen Speiseplan für das STWNO erstellt, um sicherzustellen, dass die Vorgaben der PHD auch pro Woche eingehalten werden.
Als nachvollziehbares Beispiel haben wir euch hier die Gerichte der ersten Woche aufgelistet mit der genauen Angabe der verwendeten Lebensmittel.
- Getreide: 100 g
- Gemüse: 525 g
- Obst: 5 g
- Nüsse: 10 g
- Milchprodukte: 150 g
- Hochwertige Fette: 15 g
- Zucker: 8 g
- Getreide: 50 g
- Kartoffeln 50 g
- Gemüse: 100 g
- Hülsenfrüchte: 120 g
- Hochwertige Fette: 10 g
- Kartoffeln 150 g
- Gemüse: 201 g
- Milchprodukte: 30 g
- Hochwertige Fette: 10 g
- Getreide: 60 g
- Gemüse: 127 g
- Hülsenfrüchte: 210 g
- Hochwertige Fette: 5 g
- Zucker: 2 g
- Getreide: 68 g
- Gemüse: 60 g
- Nüsse: 31,1 g
- Hochwertige Fette: 21,2 g
